#20 Der Kampf mit dem roten Faden

Heute war ein komischer Tag. Ich war wie so häufig, für drei Cybermobbing-Workshops an zwei verschiedenen Schulen und Schulstufen gebucht, soweit so gut. Grundsätzlich habe ich für die Workshops ein Konzept und handle grundsätzlich danach, nur heute war irgendwas komisch. Ich begann wie immer, nur die Kids schafften es, mich alle paar Minuten zu einem anderen Thema zu locken und ich bin ihnen gefolgt.

Wenn die Kids den roten Faden mehr in der Hand halten als ich!

Wenn die Kids den roten Faden mehr in der Hand halten als ich!

Die erste Gruppe ging meinem roten Faden noch großteils nach, die Kids blieben sogar ein paar Minuten länger, um sich das geplante Video anzusehen, obwohl bereits große Pause war. Dann kam die nächste Klasse und die schaffte es ab der ersten Minute, die Themen zu bestimmen. Bei meiner Frage, was Cybermobbing ist und warum wir darüber sprechen sollten, kam rasch das Thema WhatsApp auf und ich wollte ihnen ihre Fragen beantworten und so ging es dann weiter. Die Kids waren voll dabei und wollten auch gar nicht mehr aufhören. Dank des netten Lehrers, haben wir noch eine halbe Stunde überziehen dürfen und wenn ich nicht gestoppt hätte, wäre ich noch zu spät zum nächsten Workshop gekommen 🙂

Auch dort war es dann sehr spannend. Der Workshop fand in einer höheren Schule statt und ich hatte den ersten Teil der Klasse bereits einige Wochen davor. Einen Fehler, den man nicht begehen darf ist, dass man sich sagt, dass man die Gruppe schon kennt, nur weil man mit einem Teil schon gearbeitet hat. Die erste Gruppe damals war relativ unerfahren im Bereich Cybermobbing in vorherigen Schulen – was ich sehr gut finde – die SchülerInnen dieser Gruppe waren das genaue Gegenteil. Ich lasse bei älteren SchülerInnen immer berichten, was sie bereits erlebt haben und dieses Mal hatte wirklich jeder eine längere Geschichte zu erzählen. Zum Teil aus Eigenerfahrung, als Täterinnen oder Täter, Mitläufer oder Zuseher. Es war ein sehr spannende und informative Diskussion, mit vielen Emotionen und Aha-Momenten.

Ich hoffe, dass sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Workshops etwas mitnehmen, das ist auch der Grund, warum ich den Fadenklau zulasse. Nachdem mir in diesem Blog keiner den roten Faden stehlen kann, lasse ich es für heute gut sein, genieße die Macht und sage: bis morgen 🙂

Liebe Grüße
Patricia

You may also like...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*