Marktplatz Internet 1 – Safer Surfing II

Das Internet gleicht an gewissen Stellen einer Einkaufsmeile – mit bunten Neonreklametafeln, die die Lösung für alle deine Probleme versprechen. Wie auch im echten Leben sind solche Programme aber meistens in die Kategorie “zu schön um wahr zu sein” zu verbuchen – eine gesunde Portion an Mißtrauen ist an jeder Ecke der virtuellen Einkaufsstraße zu empfehlen.

Wenn ihr Programme sucht, ist natürlich das naheliegendste einen Freund um einen Tipp zu fragen. Ihr gebt den Programmnamen in die Suchmaschine ein und klickt auf den ersten Link und *bumm* flattert in den nächsten Tagen eine Rechnung für das Herunterladen eines Programms, das eigentlich gratis ist, ins Haus – oder euer PC wurde mit Viren, Trojanern verseucht oder ähnlichem verseucht. Genauere Tipps, wie man dies vermeinden kann, findet ihr in unserem Artikel Viren, Würmer, Trojaner – Safer Surfer I.

Solche unangenehmen Überraschungen können mittlerweile schneller passieren, als man schauen kann – mit etwas Fingerspitzengefühl und einer Portion Hausverstand kann man so etwas aber leicht verhindern.

Adware

Adware wird oft in Form einer Browser-Toolbar installiert. Das kann die eigene Konfiguration ordentlich durcheinanderwerfen.

Viele Programme im Internet sind gratis verfügbar. Allerdings war die Entwicklung dieser Programme auch mit Zeit und somit Kosten verbunden. Viele dieser Programme kann man kaufen – oder als sogenannte Adware herunterladen. Adware liefert mit dem eigentlich Programm oft auch Werbung in Form von Browser Toolbars oder ähnliches aus. Für die Installation der Toolbar bekommen die Entwickler Geld. Prinzipiell ist das ja nicht schlecht. jedoch sind solche Toolbars selbst auch eine Sicherheitslücke. Diese Toolbars stellen oft die Standardsuchmaschine im Browser um, was oft schwer rückgängig zu machen ist. Diese “neuen” Suchmaschinen binden oft einfach die Google-Ergebnisse ein – und nebenbei eine Reihe von Werbeeinblendungen, die zu Abofallen oder anderen faulen Eiern führen könnten.

Daher solltest du bei der Installation dieser Software darauf achten, dass solche Toolbars NICHT mitinstalliert werden. Die Programmierer sollen ihr Geld erhalten – jedoch nicht auf diese Weise. Falls ein Programm wirklich hilfreich ist, denkt vielleicht daran, einen kleinen Geldbetrag zu spenden – oft gibt es auf der Website einen Paypal- oder Flattr-Button. Dafür benötigt man eine Kreditkarte, der Vorgang ist aber völlig sicher. Manche Programme sind aber sogenannte Cardware – das heißt, der Autor würde sich über eine Postkarte von euch freuen. Wenn ihr ihm den Gefallen tut, dann habt ihr auch schon auf eure Weise gezahlt.

Werbung in Skype.

Eine weitere Art von Werbung sind In-App-Werbungen, das heißt, Werbeeinblendungen, die direkt in einem Programm gezeigt werden. Ein bekanntes Beispiel ist Skype, das seit einiger Zeit Werbung einblendet, oder Avira AntiVir, das bei jedem Updatevorgang ein Werbefenster einblendet. Diese Fenster sind so gestaltet worden, dass sie nicht stören. Für viele Programme (auch für Skype oder zum Beispiel ICQ) gibt es im Internet Anleitungen, wie diese Werbungen entfernt werden können. Ich persönlich würde euch raten, solche Anleitungen oder Patches nicht anzuwenden. Diese Anleitungen greifen nämlich direkt in das Programm selbst ein und wenn man einen Fehler macht, wird das Programm schlimmstenfalls unbenutzbar. Abgesehen davon ist aus einem guten Grund Werbung in dieser Anwendung: Die Entwickler wollen auch von etwas leben. Falls ihr aber zum Beispiel einen kleinen Bildschirm habt, dann solltet ihr euch vielleicht um eine Alternative umsehen. Andere Programme haben vielleicht weniger oder gar keine Werbung.

Opendownload

Apple verlangt nichts für iTunes. Wenn man bei opendownload.de allerdings etwas herunterlädt, werden 192€ fällig (rote Markierung)

Gebt ihr im Browser einen Programmnamen, etwa “Firefox” oder “VLC” ein, wird normalerweise eine Ergebnisseite einer Suchmaschine aufgerufen. Diese listet aber nicht nur Websites als Ergebnis, sondern auch bezahlte Anzeigen. Diese Ergebnisse sind gezielt platziert und kein Teil der eigentlichen Trefferliste. Google markiert solche Anzeigen gelb, aber man klickt natürlich trotzdem darauf – meistens ist ja der erste Treffer der beste.

Dieser Link kann zu Softwareportalen führen, die es in sich haben: Die Software, die gesucht wird, ist dort verfügbar und kann auch gegen eine Registrierung heruntergeladen werden. Man gibt also kurz seinen Namen und seine Mailadresse ein und lädt das Programm herunter. Jedoch kommt die böse Überraschung ein paar Tage später: eine Rechnung über 192 € und ein Zweijahresabo. Kündigung ausgeschlossen – die Leistung hat man ja schon erhalten.

Kurze Antwort dafür: Falls euch so etwas passiert ist, dann hier die Empfehlung von diversen offiziellen Stellen: NICHT ZAHLEN, ABWARTEN! Diese Anbieter bauen darauf, dass ihr Angst bekommt und bezahlt für etwas, das ihr nicht bekommen habt. Der Vertrag ist widerrechtlich zustande gekommen und daher ungültig. Falls ihr oder eure Eltern doch zuviel Angst habt, fragt beim Konsumentenschutz nach. Die werden euch die gleiche Empfehlung geben.

Bekannte Portale dieser Art sind zum Beispiel top-of-software.de, opendownload.de, downloadkoenig.com oder der-adventskalender.com. Die Liste dieser Domains ist lange, da immer neue Portale aufgemacht werden, wenn die alten bereits “bekannt” sind. Eine Liste mit diesen fiesen und bekannten Portalen findet ihr unter ombudsmann.at.

Falls ihr Software wollt, ohne eine böse Überraschung erleben zu wollen, empfehle ich euch das Downloadportal von heise.de oder CNet. Diese Portale sind moderiert und garantiert kostenfrei oder eindeutig als kostenpflichtig gekennzeichnet.

Solche Programme wie Firefox, Skype oder VLC sind gratis und werden gratis bleiben. Am besten ist es, wenn ihr euch diese Programme direkt von der offiziellen Website holt.

Nächste Woche

Teil zwei des Marktplatz Internet – Schadprogramme und faule Eier.

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